Für die Leistungsfähigkeit einer Wärmepumpe gibt es verschiedene Kennzahlen. Daran kann man erkennen, mit welcher Effektivität die Leistung einer Wärmepumpe in Kilowatt bereitgestellt wird. Als Kennzahlen dienen die Leistungszahl ε, der COP (Coefficient of Performance) und die JAZ ß (Jahresarbeitszahl).
Die Leistungszahl ε beschreibt das Verhältnis von abgegebener thermischer Leistung der Wärmepumpe QWP (in kW) und der eingesetzten elektrischen Leistung Pel (in kW) für den Verdichterantrieb und Hilfsantriebe. In den technischen Daten der Hersteller sind die Leistungszahlen mit den jeweiligen Betriebstemperaturen auf Wärmequellenseite (Luft, Boden oder Grundwasser) und Heizungsseite (Vorlauftemperatur) angegeben. Bei der Ermittlung der Leistungszahl werden Verbräuche z.B. für das Abtauen der Wärmepumpe, Heizungspumpen und Pumpen für Grundwasser- oder Soleflüssigkeit nicht berücksichtigt.
Elektro-Wärmepumpen erreichen Leistungszahlen zwischen 3,0 bis 5,0. Das bedeutet, dass mit 1 kW Strom laut Theorie 3 bis 5 kW Heizenergie erzeugt werden.Die Grundlage für die Berechnung der Leistungszahl bildet entweder die Norm DIN EN 255 oder die DIN EN 14511. Dabei bezieht sich die DIN EN 255 ursprünglich auf die Warmwasserbereitung und geht von einer Temperaturspreizung von 10 K auf der Verflüssigerseite aus. Die DIN EN 14511 legt nur eine Spreizung von 5 K zugrunde und kommt damit den realen Betriebsbedingungen einer Flächenheizung näher. Die weniger praxistauglichen Werte nach DIN EN 255 liegen demnach um bis zu 8% über denen nach DIN 14511, hier gilt es bei den Herstellerangaben genau hinzuschauen. Die Leistungszahl einer Wärmepumpe ist letztlich eine Momentaufnahme unter bestimmten, nicht veränderlichen Rahmenbedingungen.
Der COP-Wert (Coefficient of Performance) gibt ebenfalls das Verhältnis der abgegebenen thermischen Leistung und der benötigten elektrischen Energie an, diesmal jedoch inklusive des Strombedarfs für Hilfsaggregate wie Pumpen für den Heizkreislauf, für Grundwasser oder Soleflüssigkeit oder zum Abtauen. Der COP-Wert gibt ebenfalls nur eine Momentaufnahme der Leistungsfähigkeit einer Wärmepumpe unter Prüfbedingungen wieder und kann keine Aussage über die energetische Gesamtbewertung einer Heizungsanlage machen.
Für den COP-Wert haben sich auf Herstellerseite einige Standards durchgesetzt. Für Luft-Wasser-Wärmepumpen lauten diese z.B. A2/W35 (A=Air / Luft 2°C, W=Wasser / Heizungsvorlauftemperatur 35°C) oder A7/W35. Für Erdwärmepumpen gibt es Angaben wie B0/W35 (B=Brine / Sole) oder bei direktverdampfenden Wärmepumpen E4/W35. Bei Grundwasserpumpen sind COP-Werte bei W10/W35 (Grundwassertemperatur 10°C / Vorlauftemperatur 35°C) üblicherweise angegeben. Generell gilt, dass sich bei höherer Temperatur auf der Wärmequellenseite der COP-Wert verbessert. Auch hier dient die Norm DIN EN 255 als Basis für die Bestimmung der Werte. Einige Hersteller lassen sich ihre Angaben z.B. durch ein EHPA-Gütesiegel belegen. Dadurch wird sichergestellt, dass die Angaben durch neutrale Prüfinstitute bestätigt werden.
Die Jahresarbeitszahl ß (JAZ) ist am aussagekräftigsten, um die Leistungsfähigkeit einer Wärmepumpe zu beurteilen. Die JAZ gibt Auskunft über die Wirtschaftlichkeit der gesamten Heizungsanlage. Dabei wird die bereitgestellte Wärmeenergie durch die eingesetzte Strommenge bezogen auf ein Jahr, also eine gesamte Heizperiode, geteilt. Dieser Wert kommt der Praxis am nächsten, da auch Phasen berücksichtigt werden, in denen die Wärmepumpe nicht unter optimalen Bedingungen arbeitet. Die Jahresarbeitszahl wird auch als Anlagennutzungsgrad bezeichnet, da hierin auch der Energieverbrauch für die Brauchwasserbereitung, das reale Nutzerverhalten und alle Wärmeverluste berücksichtigt sind. Da sich die Jahresarbeitszahl auf das Gesamtsystem bezieht, kann eine eigentlich gute Wärmepumpe bei nicht fachgerechter Installation oder ungenügender Gebäudedämmung nur eine schlechte Jahresarbeitszahl erreichen. In der Praxis liegen die Jahresarbeitszahlen z.B. für Luft-Wasser-Wärmepumpen zwischen 2 und 4, ein modernes Gerät sollte mindestens eine Jahresarbeitszahl von 3,5 erreichen.








